Für Deutschland

Die Zeugnisnote als pädagogische Gesamtbeurteilung festsetzen

Die Zeugnisnote ist eine pädagogische Gesamtbeurteilung. Notenheld rechnet dir einen Vorschlag aus, die Note setzt du mit Begründung fest.

  Zeugnisnote

Die Zeugnisnote legst du fest

In allen Bundesländern ist die Zeugnisnote eine pädagogische Gesamtbeurteilung der Lehrkraft und ausdrücklich kein rein rechnerischer Mittelwert. Notenheld rechnet dir einen Vorschlag aus. Die verbindliche Note legst du selbst fest.

  • Dein Beurteilungsspielraum. Die Schulgesetze der Länder räumen Lehrkräften einen pädagogischen Spielraum ein. Die Vorgaben sind je Bundesland verschieden, am Grundsatz ändert das nichts. Über die Note entscheidest du nach deinem Ermessen.
  • Das ganze Bild zählt. Dazu gehören Klassenarbeiten, sonstige Mitarbeit, mündliche Beiträge, die Lernentwicklung und besondere Umstände. Eine stetige Verbesserung, eine schwierige Phase, eine einzelne misslungene Arbeit: So etwas lässt sich schlecht in eine Formel fassen.
  • Vorschlag und Note getrennt. Der errechnete Wert ist ein Hilfsmittel, mehr nicht. Die Entscheidung triffst du als Pädagogin oder Pädagoge, und die Verantwortung bleibt bei dir.
Notenblatt mit festgesetzten Zeugnisnoten neben den errechneten Werten
Hinweis im Notenblatt auf die pädagogische Beurteilung
Hinweis zur pädagogischen Beurteilung
Der Hinweis zur festgesetzten Note in der Schülersicht
So sieht es der Schüler
  Ablauf

So setzt du die Note fest

Aus deinem Notenschlüssel und der Gewichtung von Klassenarbeiten und sonstiger Mitarbeit ergibt sich ein Vorschlag. Im Notenblatt steht er je Zeitraum.

  1. Öffne das Fenster zum Festsetzen der Note.
  2. Übernimm den Vorschlag oder weiche mit Begründung davon ab.
  3. Schreib deine pädagogische Einschätzung ins Begründungsfeld. Ohne Begründung geht es nicht weiter.
  4. Dann bestätigst du noch, dass du die Entscheidung verantwortest.
  • Die festgesetzte Note gilt überall. Vor dem errechneten Wert hat sie Vorrang, in der Klassenübersicht, im Schüler- und Elternportal und in den Berichten für die Notenkonferenz.
  • Jede Änderung wird festgehalten. Gespeichert werden alter und neuer Wert, wer geändert hat, Datum und Uhrzeit.
  • Der Rechenweg bleibt sichtbar. Wie der Vorschlag zustande kam, kannst du jederzeit nachschauen. Daneben steht deine Festsetzung mit Begründung.
AspektBerechnung (Hilfsmittel)Festsetzung (Lehrkraft)
GrundlageNotenschlüssel und GewichtungPädagogische Gesamtbeurteilung
VerbindlichkeitVorschlag, jederzeit nachvollziehbarVerbindliche Zeugnisnote
DokumentationRechenweg sichtbarBegründung und ein Verlauf, der sich nicht nachträglich ändern lässt
Der Dialog zum Festsetzen der Note mit Begründungsfeld

Der Dialog zum Festsetzen der Note

  Beispiel

Konstante Mitarbeit, schwächere Klassenarbeiten

Ein Schüler arbeitet das ganze Schuljahr mündlich sehr aktiv und gut mit. Bei den Klassenarbeiten sind seine Ergebnisse eher durchwachsen. Die gewichtete Berechnung ergibt 2,6.

  • Rechnerisch dazwischen. 2,6 liegt zwischen gut und befriedigend. Die Formel allein hilft hier nicht weiter.
  • Die Lehrkraft entscheidet. Weil die sonstige Mitarbeit das ganze Jahr verlässlich gut war, setzt sie die Zeugnisnote auf gut (2) fest und schreibt die Begründung dazu.
  • Beide Werte im Bericht. Im Bericht zur Notenkonferenz stehen der errechnete Durchschnitt zur Orientierung und die festgesetzte, begründete Note nebeneinander.
Notenblatt einer Klasse mit festgesetzten Noten

Festgesetzte Noten im Notenblatt

  Transparenz

Nachvollziehbar für Schüler, Eltern und die Konferenz

Eine festgesetzte Note muss man erklären können. Wer sie sieht, entscheidest du je Zeitraum.

  • Freigabe je Zeitraum. Gibst du die Note frei, ersetzt sie im Schüler- und Elternportal den errechneten Wert und zählt im angezeigten Notenschnitt mit. Ohne Freigabe bleibt alles intern.
  • Der Verlauf bleibt erhalten. Jede Freigabe und jede Festsetzung wird festgehalten und lässt sich nicht nachträglich ändern. Auch Monate später weißt du noch, wer wann was entschieden hat.
  • Konferenz-Bericht. Den Bericht gibt es als Matrix über alle Fächer einer Klasse oder als Tabelle je Fach. Beide zeigen je Schüler den errechneten Mittelwert, die sich daraus ergebende Note, die festgesetzte Note und den Status.
  • Passend zur Rolle. Die Klassenleitung sieht alle Fächer der Klasse, jede Fachlehrkraft ihre eigenen. Bei Versetzungsentscheidungen hilft das, weil sich jede Note erklären lässt.
Die Berichte für die Notenkonferenz: Matrix und Detail
Infografik zur Notenkonferenz
Der Weg zur Notenkonferenz
Die Schülersicht mit den freigegebenen Noten
Die Schülersicht

Häufige Fragen

Es gibt einen Vorschlag, berechnet aus deinen Gewichtungen. Verbindlich wird die Note aber erst, wenn du sie pädagogisch festsetzt.

Ja, dafür ist die pädagogische Gesamtbeurteilung da. Warum du abweichst, schreibst du ins Begründungsfeld. Dann kann man die Entscheidung auch später nachvollziehen.

Der Bericht zur Notenkonferenz zeigt je Schüler den errechneten Mittelwert, die festgesetzte Note und den Status. Er taugt zur Vorbereitung und als Nachweis.

Jede Festsetzung und jede spätere Änderung wird mit altem und neuem Wert, Lehrkraft, Datum und Uhrzeit gespeichert. Dieser Eintrag selbst lässt sich nachträglich nicht ändern.

Die Leistungsbewertung ist in Deutschland Ländersache. Geregelt ist sie in den Schulgesetzen und den Versetzungs- und Zeugnisordnungen der Bundesländer. Die Vorgaben können je nach Land und Schulart abweichen. Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Im Zweifel frag bei der Schulleitung oder der Schulaufsicht nach.

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